Keramische Fliesen – Fliesenlexikon


Keramikfliesen sind ein echtes Allroundmaterial. Von Ihren klassischen Einsatzgebieten wie Bad und Küche haben Sie sich Raum für Raum das gesamte Haus erobert. Fliesen für den Altbau und die Renovierung – Fliesen für den Neubau. Ob Fliesen im Wohnzimmer- oder Schlafzimmern, in Dielen, im Keller, in Garagen, im Wintergärten, in Hobbyräumen und Werkstätten, auf Balkonen oder Terrassen - Keramik - Fliesen sind überall Zuhause. Vom Keller bis zum Dach.

Eine kleine Hilfe, sich durch die Vielfalt der Fliesen - Materialien zurechtzufinden…. ...denn Fliese ist nicht gleich Fliese. Wir haben Ihnen nachfolgend eine kleine und kurze Übersicht über die wichtigsten Begriffe angefertigt. Sollten Sie mehr wissen wollen, speziell, wenn Sie selbst als Bauherr Materialsicherheit haben wollen, oder gar selbst die Fliesen verlegen werden, fragen Sie einfach unseren Fachverkäufern ein Loch in den Bauch!

Fliesenlexikon = Steingut - Fliesen

Trockengepresster Scherben mit einer relativ hohen Wasseraufnahme (> 10 %). Ist mit durchsichtiger oder undurchsichtiger Glasur bedeckt, die in der Regel in einem zweiten Brennvorgang aufgeschmolzen wird. Die glasierte Oberfläche kann glänzend, halbmatt oder matt, eben, profiliert, wellig oder dekoriert gestaltet sein. Wird hauptsächlich für Wandbekleidung für Innenräume (da nicht frostbeständig) verwendet. Anwendung als Bodenbelag nur im Ausnahmefall, z.B. im Badezimmer (Steingutfliesen vertragen Biegung und Zug viel weniger als Steinzeugfliesen und die Wandglasur ist oft sehr weich und wird verkratzen)). Vorzuge: durch hohe Maßgenauigkeit sind enge Fugen möglich - hervorragende Dekorationsfähigkeit – brillante Farben in transparenten Glasuren - lässt sich durch hohe Saugfähigkeit des Scherbens leicht an der Wand verlegen.

Fliesenlexikon = Steinzeug-Fliesen

Trockengepresster, dichter und sehr hoch gebrannter Scherben mit geringer Wasseraufnahme (0,5 bis < 3 %). frostbeständig, innen und zum Teil außen verwendbar, typischer Bodenbelag, prinzipiell aber auch an der Wand einsetzbar. Gibt es glasiert oder unglasiert (auch durchgefärbt genannt – z.B. Ziegelfliesen). Durchgefärbt oder mit Hartglasur ausgestattet sind diese Fliesen sehr strapazierfähig.
Vorzuge: haben ähnlich wie Steingutfliesen eine hohe Maßgenauigkeit = enge Fugen möglich, riesiges Angebot an Farben, Designs, Formaten, Oberflächen und Dekorationen.

Fliesenlexikon = Feinsteinzeug-Fliesen

Trockengepresster Scherben aus besonders fein aufbereiteten Rohstoffen. Wird sehr hoch und dicht gebrannt (Wasseraufnahme < 0,5 %), daher ist die Verlegung mit entsprechend hoch kunststoffvergütetem Mörtel bzw. Klebern (Flexkleber) zwingend nötig (siehe auch Verlegung). Feinsteinzeug zeichnet sich durch extreme Härte und besonders dichte Oberflächen aus. Gibt es als durchgefärbtes unglasiertes und glasiertes Feinsteinzeug. Durch geringe Wasseraufnahmefähigkeit von Feinsteinzeug (wie Fensterglas) ist es frostbeständig. Glasiertes Feinsteinzeug löst immer mehr die Steinzeugfliese ab, da Feinsteinzeug problemlos mit dem gleichen Design innen und außen verlegt werden kann. Vorsicht, bei glasiertem Feinsteinzeug erliegt man gern dem Trugschluss, dass die Glasur die gleiche Härte hat, wie der darunter befindliche Fliesenscherben – fragen Sie dazu unbedingt die Fachverkäufer! Feinsteinzeug ist kein „Allheilmittel“!

Fliesenlexikon = Mosaik, Mittelmosaik, Kleinmosaik

Mosaik sind Kleinformatige Fliesen aus Steinzeug, seltener aus Steingut für Wand und Boden. Mosaik gibt es auch aus Feinsteinzeug. Zur leichteren Verlegung in der Regel auf Netz verklebt. Damit ist die Verlegung von gewölbten Flächen problemlos möglich. Durch hohen Fugenanteil ergibt sich eine höhere Trittsicherheit. Mosaik wirkt in Verbindung mit Großformaten sehr edel. Selbst „teuerstes“ Natursteinmosaik ist bei Verwendung als Bordüre oder einzelnes Dekor „spottbillig“. Alle oben beschriebenen Fliesenarten werden in eine Form gepresst, im Gegensatz zum stranggepressten Material:

Fliesenlexikon = Spaltplatten – Spaltfliesen

Stranggepresstes Material, Spaltplatten mit einer üblichen Wasseraufnahme: 3 bis < 6%. In frostbeständiger Ausführung besonders geeignet für Außen (auch im Mörtelbett verlegbar), aber auch für innen. Spaltplatten verlieren auf Grund des sehr raschen „Vormarsches“ des Feinsteinzeuges langsam an Bedeutung, haben aber immer noch den großen Vorzug des sehr breiten Angebotes an verschiedenartigsten Formteilen - z.b. Florentinertreppenstufen und -ecken, Schenkelplatten, Leisten und Hohlkehlen. Gerade unglasierte, aus Naturton gefertigte Spaltplatten haben eine sehr schöne natürliche Aus-strahlung und oft ein faszinierendes Farbenspiel. Außerdem lassen sich mit einem Rechteckformat (11,5x24 ist das Üblichste) sehr interessante Verlegemuster gestalten. Zu beachten ist die relativ große Maßtoleranz der Platten – Sie müssen deshalb mit breiter Fuge verlegt werden. Spaltplatten haben im Außenbereich noch einen entscheidenden bauphysikalischen Vorteil – auf Grund des hohen Fugenanteils gibt es viel seltener Frostschäden.

Fliesenlexikon = Steinzeugplatten

Stranggepresstes Material aus dem gleichen Ton, wie Steinzeugfliesen. Das Material besitzt eine niedrige Wasseraufnahme (< 3 %) und ist in der Regel frostbeständig. Wird außen und innen an Wand und Boden verwendet. Wird vielfach im Architekturbereich eingesetzt auf Grund seines breiten Angebotes an Farben, Formaten und Formteilen. Material ist maßtoleranter als Spaltplatten = engere Fugen möglich.

Fliesenlexikon = Terrakotta (Cotto)

Terracotta ist nichts weiter, als eine unglasierte relativ poröse keramische Platte, mit relativ hoher Wasseraufnahme. Cotto bedarf in der Regel einer speziellen Oberflächenversiegelung und einer laufenden Pflege, um den Belag zu schützen und vor allem diese liebliche Patina aufzubauen, welche dieses Material so schön und lebendig macht. Es gibt industriell- und handgefertigten (handgeschlagenen) Terrakotta. Terracotta gehört zur Verlegung grundsätzlich in die Hände von spezialisierten Verlegern.
Es gibt von den meisten Fliesen-Herstellern Produkte, die mittlerweile täuschend echt wie Cotto aussehen, aber glasierte Platten sind. Diese lassen sich zwar viel leichter verlegen und reinigen, werden aber niemals diese schöne Cotto-Patina aufweisen.

Fliesenlexikon = Fliesen Fugen

Sie sind ein sehr wichtiger Bestandteil des keramischen Belags. Sie haben in hohem Maß bauphysikalische Bedeutung und zum zweiten natürlich auch ästhetischen Einfluss auf den Belag. So sind zum Beispiel Maßtolleranzen zwischen den einzelnen Fliesen produktionstechnisch unvermeidlich – ist der Belag gefugt, sieht meist nicht einmal das geübte Auge diese Toleranz. Um die auf jede einzelne Fliese wirkenden Kräfte auch als Fläche aufzunehmen, müssen die Fliesen kraftschlüssig mit dem Fugenmaterial untereinander verbunden werden. Fliesen Fugen spielen auch eine große Rolle bei der Flächewirkung jedes Fliesenbelages. Sie betonen das Fliesenformat, wenn die Fugenfarbe heller oder dunkler ist als die Fliesen; lassen die Fläche als Einheit wirken, wenn Sie mit einer ähnlichen angepassten Fugenfarbe ausgefugt werden. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichsten Fugematerialien (schmal, breit, schnell, Flexsfugen, Perlfugen, Polygonalfugen, Marmorfugen, Epoxidharzfugen, Acryl-, Silikon-, Dehnungs-, Anschlussfugen), für jede Art der Beanspruchung. Das lassen Sie sich aber lieber von unseren Fachverkäufern für ihr Vorhaben erklären.
Vorab noch einige Tipps: am Boden ist noch immer grau die „vernünftigste“ Farbe, da man bei einem „freundlichen“ Grau eine Verschmutzung kaum bemerken wird, aber mittlerweile gibt es sehr strapazierfähige Fugen in fast allen Farben. Es gibt sogar schon Fugen, die Bakterien „umbringen“.
Die Richtwerte für die Fugenbreite sind nach Einsatzgebiet und Material unterschiedlich. Grundsätzlich sind Fugen im Bodenbelag oft breiter. Es gibt Grenzen für eine schmale Zementfuge – unter 2,5mm wird das Fugmaterial ohne zusätzliches Nachfeuchten schnell verbrennen (vertrocknen, ohne auszuhärten). Es gibt jetzt eine Fuge, die so dicht ist wie die Oberfläche einer Fliese – kann kaum verschmutzen. Für einen rustikal wirkenden Belag sollte man eine breite und für einen eleganten Belag eine schmale Fuge verwenden. Nehmen Sie kein Billigsilikon, es könnte nach kurzer Zeit schimmeln. Gleiches gilt für die Zementfugen, ganz abgesehen von der leichteren Verschmutzung. Falls eine Fuge doch verschmutzt, gibt es heute Fugenreiniger und Fugenauffrischer. Man kann sogar die Farbe der Fugen ändern. Auf Terrassen gibt es Terassendicht, um durchlässige Fugen zu sanieren. Es gibt auch Pflegemittel, die zur Reinigung und zum Schutz der Fliesenfuge dienen.

Sie wollen einiges in Ihren neuen Fliesenbelag investieren - damit das vielleicht nicht „schief“ geht, haben wir sehr viel in das Wissen unserer Fachverkäufer und Außendienstler investiert – nutzen Sie es doch einfach.

 

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